Entstehung von Lungenkrebs

Für die Entstehung von Lungenkrebs ist eine Unterscheidung zwischen den beiden bekannten Formen des Lungenkrebses, dem Bronchialkarzinom und dem Mesotheliom, sehr wichtig. Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die eine Entstehung von Lungenkrebs stark begünstigen oder sogar eigenständig hervorrufen können. Diese sind bei den beiden Formen von Lungenkrebs sehr unterschiedlich.

Entstehung eines Bronchialkarzinoms

Das Bronchialkarzinom wird in erster Linie durch Rauchen hervorgerufen. Bei Männern sind 90 % der diagnostizierten Bronchialkarzinome dadurch verursacht, bei Frauen sind es 60 %. Für einen Raucher ist das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken etwa 10- bis 15-mal höher als für eine Person, die nie geraucht hat. Aber auch Passivrauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit, an einem Bronchialkarzinom zu erkranken. Das Risiko eines Nichtrauchers, der aber täglich passiven Kontakt mit Tabakrauch hat, an diesem Krebs zu erkranken ist etwa um das 1,3-fache erhöht.

Eine hohe Schadstoffbelastung der Umgebung kann ebenfalls das Risiko einer Erkrankung an Lungenkrebs steigern. Etwa 1 % der Bronchialkarzinome wird durch eine Schadstoffexposition am Arbeitsplatz verursacht. Der wichtigste Faktor scheint dabei eine Exposition gegenüber Dieselruß zu sein, die das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken um das 1,5-fache erhöht. Aber auch andere Schadstoffe – wie z. B. Asbest, Arsen, Beryllium, Cadmium, Chrom, Nickel und aromatische Kohlenwasserstoffe – können Bronchialkarzinome verursachen, genau wie häufige Kontakte mit dem natürlicherweise vorkommenden radioaktiven Erdgas Radon. Generell lässt sich zu den Schadstoffen anmerken, dass sie selten alleinige Ursache eines Bronchialkarzinoms sind, aber das schon erhöhte Risiko von Rauchern an Lungenkrebs zu erkranken weiter steigern.

Lungennarben erhöhen ebenfalls das Risiko der Entstehung eines Bronchialkarzinoms. Sie entstehen nach Operationen, aber auch durch bestimmte Erkrankungen wie z. B. eine Tuberkulose .

Neben diesen verschiedenen Arten der Schädigung der Lunge gibt es einen weiteren Faktor, der das Risiko der Entstehung von Lungenkrebs erhöht. Im Gegensatz zu den bereits dargestellten Ursachen hat er nichts mit Lebensgewohnheiten, vorangehenden Erkrankungen oder einer Schadstoffbelastung zu tun und kann entsprechend nicht von Betroffenen beeinflusst werden: die familiäre Belastung oder genetische Prädisposition. Personen, bei denen ein Elternteil an Lungenkrebs erkrankt ist, tragen ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko der Entstehung von Lungenkrebs.

Entstehung eines pleuralen Mesothelioms

Im Gegensatz zu den vielfältigen Faktoren, die die Entstehung eines Bronchialkarzinoms verursachen oder begünstigen, verhält es sich beim pleuralen Mesotheliom vergleichsweise einfach. Mesotheliome werden fast ausschließlich durch eine Exposition gegenüber Asbest verursacht. Da diese in der Regel beruflich bedingt ist, erkranken Männer weitaus häufiger an einem Mesotheliom als Frauen. Besonders gefährdete Berufsgruppen sind:

  • Fahrzeugbauer
  • Installateure
  • Elektriker
  • Bauarbeiter
  • Maler
  • Schweißer

Aufgrund der langen Latenzzeit zwischen Erstkontakt und Ausbruch der Krankheit ist dieser Zusammenhang oft nicht sofort offensichtlich.

Lydia Köper

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